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Dahm R. (2008) Discovering DNA: Friedrich Miescher and the early years of nucleic acid research. Hum Genet 122:565-81

Dahm R. (2005) Friedrich Miescher and the discovery of DNA. Dev Biol 278:274-88.

Das Erbe Friedrich Mieschers, TeleBasel, April 17, 2013

Friedrich Miescher - Entdecker der DNA


Kurzbiographie

Johannes Friedrich Miescher wurde 1844 in Basel als Sohn einer renommierten Wissenschaftlerfamilie geboren.
Er studierte zunächst in Basel und Göttingen Medizin. Aufgrund eines Hörschadens, als Folge einer schweren Typhuserkrankung, beschloss er nach Abschluss der Ausbildung im Jahr 1868 jedoch, auf physiologische Chemie umzusatteln. Er absolvierte eine ergänzende Ausbildung in organischer Chemie im Labor von Felix Hoppe-Seyler in Tübingen und in Physiologie im Labor von Carl Ludwig.
1871 wurde Miescher eine Professur für Physiologie an der Universität Basel übertragen. 1885 gründete er am Vesalianum in Basel das erste physiologische Institut der Schweiz.
1895 trat er in den Ruhestand und starb im gleichen Jahr in Davos an Tuberkulose.

Entdeckung des "Nukleins"

Während seiner Zeit im Labor von Felix Hoppe-Seyler an der Universität Tübingen (1868-69) gelang es Miescher als erstem Forscher, aus eitrigen Wundverbänden die DNA im Zellkern von Leukozyten zu isolieren und chemisch zu charakterisieren. Bis dahin waren Wissenschaftler allgemein davon ausgegangen, dass Zellen hauptsächlich aus Proteinen bestehen. Miescher beobachtete jedoch das Vorliegen einer Materie, die "nicht zu den bisher bekannten Proteinsubstanzen gehören" konnte. Er demonstrierte, dass diese Substanz ausschliesslich im Zellkern zu finden ist, und nannte sie entsprechend "Nuklein". Weiter bewies er, dass das "Nuklein" in vielen verschiedenen Zellen vorkommt und neben den üblichen organischen Molekülbestandteilen Kohlenstoff, Stickstoff und Wasserstoff auch Phosphor enthält.
Mieschers Forschungsergebnisse waren so revolutionär, dass Hoppe-Seyler ihre Veröffentlichung hinauszögerte, um sich durch eigene Experimente von der Richtigkeit der Daten zu überzeugen. Miescher erkannte mit visionärer Weitsicht bereits 1869, dass das "Nuklein" möglicherweise die Erbsubstanz des Menschen sein könnte.

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