November 11, 2019

In Erinnerung an Max Burger

Mit grosser Trauer haben wir erfahren, dass Max M. Burger, ehemaliger FMI-Direktor (1987-2000), am 2. November im Alter von 86 Jahren verstorben ist. Max Burger hatte einen entscheidenden und nachhaltigen Einfluss auf unser Institut. Unter seiner Leitung wuchs das FMI erheblich und erlangte weltweite Anerkennung für seine wissenschaftliche Exzellenz.

Max Burger wurde 1933 in Zürich geboren. Nach seinem Studium der Medizin an der Universität Zürich war er für einige Jahre als Arzt tätig. Danach wechselte er in die Forschung und promovierte 1964 in Biochemie an der Washington University in St Louis, USA. Seine Forschungsgruppe auf dem Gebiet der Zelloberflächenmoleküle und Krebsforschung baute er an der Princeton University von 1965-1970 auf, wonach er an das damals neu gegründete Basler Biozentrum weiterzog. Während seiner Zeit am Biozentrum (1972-1987) fungierte er fünf Jahre als dessen Leiter. 1987 wurde Max Burger zum Direktor des FMI ernannt, eine Position, die er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000 beibehielt.

Max Burger war Mitglied und Vorsitzender zahlreicher wissenschaftlicher Beratungs- und Preiskomitees. Insbesondere war er Präsident der Abteilung Biologie und Medizin des Schweizer Nationalfonds, Mitglied des Direktoriums von Ciba-Geigy, und Gründer und Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats von Novartis. Für seine Leistungen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem die Selman A. Waksman Medaille (1970), den Otto Nägeli Preis (1975) und das deutsche Bundesverdienstkreuz (2005).

Während seiner Amtszeit als FMI-Direktor stimulierte er die wissenschaftliche Kreativität am FMI, indem er die Eigeninitiative förderte und gleichzeitig eine Atmosphäre der Kollegialität und des gegenseitigen Vertrauens schuf. Dies förderte innovative Forschung durch offenen Austausch und Zusammenarbeit. Mit Unterstützung des wissenschaftlichen Beirats, den er wegen seiner kritischen und konstruktiven Beratung sehr schätzte, identifizierte und entwickelte Max Burger vielversprechende neue Forschungsgebiete. Diese etablierte er durch die Rekrutierung junger, erfolgreicher Wissenschaftler.

Es war Max Burgers persönlicher Traum – und die Vision der Gründer des FMI –, das Institut in der regionalen und internationalen akademischen Forschung fest zu verankern. Unter seiner Leitung verdoppelte sich die Anzahl der Studenten und er ermöglichte, dass FMI-Gruppenleiter an der Universität Basel lehren. Gleichzeitig wuchsen die Interaktionen des FMI mit Ciba-Geigy und später Novartis, seinem Hauptförderer. Er etablierte das FMI an der Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und Anwendung.

Während seinen 13 Jahren als FMI-Direktor war Max Burger weiterhin ein sehr erfolgreicher Forschungsgruppenleiter. Das Burger-Labor war auf die molekularen Grundlagen von Krebs fokussiert, insbesondere die Funktion von Glykoproteinen und zellulärer Interaktion, und die virale Transformation.

Wir sind Max Burger sehr dankbar für alles, was er für das FMI – aber auch für die Wissenschaft in Basel, der Schweiz und weltweit – erreicht hat.

Das FMI gedenkt Max als aussergewöhnlichen Wissenschaftler und Visionär, aber auch als Freund, dem das Wohl jedes FMI-Mitarbeiters am Herzen lag.

Unsere Anteilnahme gilt der Familie.

Die Trauerfeier findet am 27. November um 11.00 Uhr in der Pauluskirche in Basel statt.

FMI
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